ÜBER DAS PROJEKT

Das Ministerium für Kultur der Russischen Föderation im Internet - Projekt "Kulturschätze sind Opfer des Krieges" präsentiert die Information über die Kulturschätze, in deren Schicksal die tragische Rolle der Zweite Weltkrieg gespielt hat.

TDieser Brief des Volkskommissariats (Volkskommissariats für Bildung der RSFSR) vom 3. Februar 1942 ist eines der ersten offiziellen Dokumente über die Notwendigkeit, die zerstörten Denkmäler der Geschichte und Kultur und die Verluste aufzuzeichnen, die die Museen und Bibliotheken in der zeitlich von den Nazi-Truppen besetzten Sowjetunion zugefügt wurden.

Dieser Brief des Volkskommissariats (Volkskommissariats für Bildung der RSFSR) vom 3. Februar 1942 ist eines der ersten offiziellen Dokumente über die Notwendigkeit, die zerstörten Denkmäler der Geschichte und Kultur und die Verluste aufzuzeichnen, die die Museen und Bibliotheken in der zeitlich von den Nazi-Truppen besetzten Sowjetunion zugefügt wurden.

Der Volkskommissar für Bildung der RSFSR W. Potemkin beauftragt den Leitern der soeben von dem Feind befreiten Regionen Russlands, besondere Kommissionen zu bilden, die ausführliche Information über die Zerstörung der nationalen Kunstdenkmäler sammeln sollten; das Volkskommissariat für Bildung schlägt den leitenden regionalen Organisationen vor, kompetente Lokalfachleute, Vertreter der Öffentlichkeit, Direktoren, Mitarbeiter von Museen und Bibliotheken zur Arbeit in den Kommissionen heranzuziehen. Die Mitglieder der Kommissionen müssen Zeugenaussagen sammeln, Fotodokumente zu vorbereiten, Akten über die Zerstörung von Denkmälern, Museums- und Bibliothekengebäuden, die Plünderungen und den Abtransport von Museums- und Bibliotheksbeständen zu aufnehmen.

Alle gesammelten Dokumente, so steht es im Brief, sollten in der Zukunft dem Feind als Rechnung für „die Zerstörung und Plünderung unserer Kulturschätze“ präsentiert werden.

Vor allem sind es urkundlich festgestellte Tatsachen der russischen Militärsverluste, die mit einer Liste der geschädigten Museen, den Sachregistern der ausgeraubten und vernichteten Kunstwerke, Bücher, Manuskripte, des Archivbetsands und mit ihren wiederhergestellten Bildern, illustriert wurden, und Sonderuntersuchungen zu diesen Fragen.

Im Internet-Projekt wurden Angaben über alle Ausstellungen, Expositionen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen über die verlagerten Kulturschätze verallgemeinert, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die russischen Kulturinstitutionen als Entschädigung für zugefügten Schaden übergeben worden waren. Auch wurden die Texte der normativen Dokumente angegeben, die ihren rechtlichen Status regeln.

Während des Großen Vaterländischen Krieges in Russland wurden mehr als 160 Museen, 4000 Bibliotheken (115 Millionen Publikationen wurden vernichtet) und die Archive von 19 Regionen (17 Millionen Akten wurden verloren) geschädigt. Die außerordentliche Staatliche Kommission für Festellung und Untersuchung des Vebrechens von deutsch-faschistischen Eroberern und ihren Mitbeteiligten und des zugefügten Schadens der Bürgerschaft, den Kolchosen, Gesellschaftsorganisationen, staatlichen Unternehmen und Institutionen der UdSSR setzte nur die allgemeinen Listen der "kulturellen Verluste" auf, denn das Problem der Festsetllung der verlorenen Werte bleibt bis heute äußerst schwierig.

Die Vefasser des Zusammengefassten Katalogs führen Komplexarbeiten für die Suche und Sammlung von Dokumenten über "Kriegsschicksal" der russischen Kulturschätze, für die Verarbeitung und vergleichende Untersuchung der über sie eingehende Informationen durch.

Komplexarbeiten in der Wiedeherstellung des realen Bildes der russischen Kriegsverluste und der Systematisierung der erhaltenen Daten über verlorene Kulturschätzewerde werden in Übereinstimmung mit der Verordnung der Regierung der Russischen Föderation vom 18. Juni 2004 «Über die Föderale Agentur für Kultur und Kinematografie» durchgeführt. Es geht unter anderem darin um "die Verteilung der verlagerten Kulturschätze unter den russischen Kulturinstitutionen, die im Ergebnis der Zerstörung und Plünderung ihres Eigentums von den Truppen der ehemaligen Feindstaaten während des Zweiten Weltkriegs geschädigt wurden“.

Das Ministerium für Kultur der RF veröffentlicht regelmäßig Informationen über die Verluste der russischen kulturellen Institutionen im «Zusammengefaßten Katalog der Kulturschätze der Russischen Föderation, die während des Zweiten Weltkriegs entwendet und verloren wurden». Der Zusammengefaßte Katalog ist eine einzigartige Nachschlage-Informationsveröffentlichung, in der die Materialien systematisiert sind, die im Laufe von 50 Nachkriegsjahren unzugänglich waren.

Heute wurden schon 15 Bände des Katalogs in 33 Büchern auf der russischen und 15 Büchern auf der englischen Sprache mit Informationen über die verlorenen Sammlungen der Staatlichen Tretjakow - Galerie, des Staatlichen Russischen Museums, der Museen in Gattschina, Woronesch, Kaluga, dem neuen Jerusalem (Istra), Orjol, Ostrogozhsk (Woroneschski Region), Pawlowsk, Peterhof, Smolensk, Taganrog, Zarskoje Selo (Puschkin), sowie der Bibliotheks-und Archivbestände Russlands herausgegeben.

  

  

Evakuierung für Rettung

Nikolai Nikandrow,
Herausgeber des zusammengefassten Katalogs
  

Die Versuche der sowjetische Forscher, die Verluste der russischen Museen im Ergebnis der Nazi-Besatzung zu untersuchen, waren erfolglos wegen fehlender Materialien in der offenen Presse und der klaren Weigerung der Behörden, nach entsprechender Information in den staatlichen Archiven zu suchen. Mehr als ein Halbjahrhundert lang suchten die Interessierenden an diesem Thema nach der Information in den lokalen Zeitungen der militärischen Zeit, wo es einige Berichte über barbarisches Verhalten der Hitler-Soldaten zu unserem kulturellen Erbe in den besetzten Gebieten gab.

Im Februar 1942 wurden die Museumsmitarbeiter der befreiten Regionen verpflichtet, "sofortige Maßnahmen ergreifen, um die zerstörten Museum zu dokumentieren ... für den Bericht der Regierung und die Erhebung der Rechnung dem Feind in der Zukunft...». Die vom Volkskommissariat der RSFSR Berichte wurden im Herbst 1942 an der außerordentlichen staatlichen Kommission (ASK) übergeben.

Die für das Materialsammeln, die Überprüfung und Systematisierung aller Materialien über das Verbrechen der Nazi-Invasoren und den Sachschaden gegründete ASK erhielt eine riesige Menge an Dokumentationen und Beweismittel. Zum Teil wurden diese Angaben im Nürnberger Prozess vorgestellt. Aber ist es immer noch unmöglich, erschöpfende Angaben über die Schadenshöhe, die der Krieg den russischen Museen zugefügt hatte.

Später in wissenschaftlichen Veröffentlichungen erschienen die Angaben, dass ca. 3 Tausend Denkmäler in der UdSSR völlig zerstört wurden, 427 Museen geplündert wurden. Man nannte die Anzahl der von Invasoren aus dem Land hinausgeführten wertvollsten künstlerischen und wissenschaftlichen Exponate - mehr als 100.000. Im Jahr 1957 hat das Ministerium für Kultur die Information erhalten, dass 64 Museen im Krieg über 783. 000 Exponate verloren hatten. Dann wurde es klar, dass die ASK (Außerordentliche Staatskomission) in ihre Liste die Verluste von 12 großen Museen nicht hinzufügt hatte.

Die durch die ASK durchgeführten Untersuchungen der Verluste der Kulturschätze sind nicht beendet und erfordern seriöse wissenschaftliche Untersuchung. Die ASK hat nicht berücksichtigt, dass viele Museen und andere kulturelle Einrichtungen durch die Bombardierung und Beschießung, die Verlagerungen geschädigt wurden, die im Zusammenhang mit der Evakuierung und Re-Evakuierung oder der Notwendigkeit standen, die Lagerplätze für andere Organisationen zu befreien. Es gab Verluste durch den Mangel an elementaren Bedingungen der Lagerung.

In der letzten Zeit herausgefundene Archivalien können genauer das Ausmaß der Verluste schätzen, insbesondere gemachte vom Staat Fehler beim Abtransport der Museumsstücke aus den Regionen in Betracht ziehend, denen der Krieg näherte.

In den Vorkriegsjahren hatte das Volkskommissariat Russlands nicht vor, die Museumsstücke im Fall einer Bedrohung ihrer Zerstörung abzutransportieren. Diese Pläne hatten nur einige Museen von Leningrad und in der Oblast: in der Nähe gab es die Staatsgrenze an Finnland. Angriff Hitler-Deutschlands und die rasche Entwicklung der militärischen Ereignisse machten unmöglich, dass die Behörden in ihren Regionen einen durchgedachten Beschluss über die Evakuierung von Museen in die östlichen Bezirke des Landes fassen.

Der Rat für die Evakuierung von Personen, Unternehmen, Institutionen, militärischen und sonstigen Gütern und Wertgegenstände aus den „gefährlichen“ Bereichen wurde am 24. Juni 1941 gegründet. Bei den Komitees und Abteilungen begannen besondere Ämter und Kommissionen für die Evakuierung zu arbeiten. Direkte Aufführung der Evakuierung wurde in die Hand der lokalen Partei- und Sowjetorgane übergeben. Wegen der militärischen Umstände wurde die Evakuierung der Kulturschätze in aller Eile durchgeführt, ohne ausreichende finanzielle Sicherheit (es gab nicht genug Verpackungen, Packmitteln), es gab keine erforderlichen Fahrzeuge. Nur Exponate der Rüstkammer Kremls, des Russischen Museums und die Eremitage wurden durch die speziellen Entscheidungen der Regierung hinausgeführt.

Die Sammlungen der Staatlichen Eremitage wurden aus Leningrad nach Plänen zugeschickt, die lange vor dem Krieg vorbereitet waren. Am 1. Juli 1941 aus Leningrad nach Swerdlowsk fuhr der erste Zug der Sonderbestimmung ab. In den 22 Wagen befanden sich 500.000 Museumsstücke - ganze Ausstellung und die Schätze des Sonderlagerraums der Eremitage. Während der zwanzig folgenden Tage konnten die Mitarbeiter des Museums nach Swerdlowsk über 70 Tausende von Exponaten senden. Den Abtransport des dritten Postens der Museumswerte konnte man nicht zu Ende kommen - vernichteten die feindlichen Truppen die Hauptstrecke zwischen Leningrad und dem Lande. Ähnlich wie nach diesem Schema wurden in kurzer Zeit die Schätze des Russischen Museums verlagert. Im Sommer des Jahres 1941 dank der Bemühungen der Museumsmitarbeiter wurden erfolgreich Bestände des Zentralkriegsmarinemuseums nach Uljanowsk, des Artilleriehistorischen Museums nach Nowosibirsk, des Staatlichen Museums für Völkerkunde nach Gorki, des Museums der Revolution der RSFSR nach Irkutsk zugeschickt.

Leningrader Behörden Macht, ohne auf Empfehlungen aus Moskau zu warten, wandten sich an die Regierung der Städte Sarapul und Gorki mit der Bitte, alles, was aus den Museen von Leningrad und der Oblast geschickt werden konnte, aufzunehmen. Die Museumsarbeiter verpackten Exponate der Vorortpaläste-Museen bis Mitte September. Die Evakuierung wurde in mehreren Teilen durchgeführt. Die ersten drei Posten wurden mit der Bahn nach Gorki gesendet (als die Luftwaffe über Gorki zu erscheinen begann, transportierte man die Gegenstände der Paläste-Museen von Leningrad nach Nowosibirsk). Einige Lasten wurden nach Sarapul transportiert.


Pawlowsk – Palast
(Gattschina)


Feindesbeschuss
auf Newski


Kaskaden der
Springbrunnen in Peterhof


In Zarskoje Selo


Verbrannte Kirche
in Torschok


Museum-Haus von
I.E. Repin in Penaty


Haus-Museum von P.I. Tschaikowski
in Klin in den Kriegsjahren


Haus-Museum
von P.I.Tschaikowski in Klin heute


Ein Zimmer im Haus-Museum
von L.N. Tolstoi in Jasnaja Poljana,
die Oblast Tula


Jasnaja Poljana

Wegen des Fehlens von Verpackungsmaterial mussten frisches Heu und Stroh verwendet werden. Die Gegenstände des letzten Postens hatten nach Leningrad mit Autos und mit günstigen Frachtschiffen unter ständigem Beschuß herauszuführen.

Etwa 12 Tausend Exponate finden sich hinter starken Mauern von St. Isaakskathedrale. Insgesamt wurden 40.765 wertvollste Gegenstände aus den Vorortpalastmuseen evakuiert. Das ist sehr kleiner Teil dessen, was verfügbar war. Die übrigen Werte wurden verpackt und gerade in den Palastmuseen (die Großmöbel, Schloss- und Parkskulptur) verborgen. Den Abtransport des dritten Postens der Museumswerte konnte man nicht zu Ende kommen: am 30. August vernichteten die feindlichen Truppen die Hauptstrecke zwischen Leningrad und dem Lande.

Die Evakuierungspläne der Moskauer Museen waren nur im Juli 1941 vorbereitet, aber man hat nicht die tatsächlichen Bedürfnisse von Fahrzeugen und Räumlichkeiten berücksichtigt, in die die Schätze verlagert werden mussten. Zum Beispiel musste das Eigentum des Staatlichen Historischen Museums in zwei (!) Wagen gesendet werden. Plötzlich wurde klar, dass die in Moskau geplanten Abtransportstellen in Kirow und Swerdlowsk bereits Museumsschätze aus Nowgorod, Pskow und der Eremitage aufnehmen. Im Juni 1941 auf der Beratung des Volkskommissariats der RSFSR äußerte man die Meinung über die Unzweckmäßigkeit "verfrüht die Museen der Hauptstadt zu schließen". Aber die "Schließung" war nötig. Das schnell organisierte “Staatslager № 1“, wohin die Werte des Staatlichen Historischen Museums, des Museums der Revolution der UdSSR, des Literarischen, Polytechnischen Museums, des Museums der Völker der UdSSR und anderer angebracht wurden, wurde nach Osten zu Wasser auf einem überladenen Lastkahn geschickt.

Unterwegs wurde der Kahn bombardiert, stieß in der Dunkelheit auf ein Gegenschiff und bekam ein Leck. Doch die Fracht wurde glücklich an Ort und Stelle geliefert. Mangel an Evakuierungspläne erschwerte die Entscheidung über den Abtransport der Museumsstücke aus den Regionen, die gefährlich nah von der Front waren. Das Kommissariat für Bildung empfahl alle Werte in drei Posten zu teilen. Der 1. Posten – Gegenstände, die notwendig abzutransportieren hatten; der 2. Posten - die Evakuierung der Gegenstände, wenn es möglich ist, sie hinauszuführen, der dritte - die Werte, die als gelassen gelten.

Am 15. August 1941 begann man das vereinigte “Staatslager № 2“ aus der Initiative des Volkskommissariats für Bildung der RSFSR in Moskau zu bilden. Hunderte von Kisten mit Exponaten kamen in Bersenewskaya Uferstraße in die Räume der „Kirche von Nikolaus in Bersenewka“ an. Es wurde angenommen, dass der wertvollste Teil der Museumsstücke aus diesen Lagern später in das Hinterland geschickt würde. Doch im Oktober, als in Moskau die sehr gefährliche Situation war, wurde klar, dass man die Museumsstücke aus dem “Staatslager № 2“ nicht nur ließ, sondern praktisch ihrem Schicksal überließ. Der Leiter des Lagers verließ die Stadt ohne Erlaubnis. Museumsführer wandten sich an das Volkskommissariat für Bildung und das Komitee für Künste mit der Bitte um die Evakuierung der im “Staatslager № 2“ befindenden Schätze zu vollenden. Im Dezember 1941 fuhren vier Wagen mit Museumsstücken nach Omsk. Die noch in „der Kirche von Nikolaus in Bersenewka“ erhaltenen Werke wurden unter Schutz genommen.

Schätze der Staatlichen Tretjakow-Galerie (STG) wurden im Juli 1941 abtransportiert. Mit dem Sonderzug unter verstärkter Bewachung wurden 634 Kisten mit Gemälden, Grafiken und Skulpturen von russischen Künstlern geschickt. Zusammen mit dem Bestand der GTG führte man die Sammlungen des Museum für bildende Künste von A.S. Puschkin, des Museums für Neue Westkunst, das Archiv des Museums von M.I. Glinka und andere. Gemälde und Skulpturen, die nicht hinausgeführt werden konnten, waren bis zum Ende des Krieges in Moskau im Galeriegebäude. Die übrigen Werte des Staatlichen Historischen Museums wurden in seinen Kellern gelagert.

Der Abtransport in regionale, städtische und Rayonmuseen wurde auf Anordnung der lokalen Beauftragten des Evakuierungsrates durchgeführt. Mit großer Mühe und sogar mit Risiko für das Leben konnten die Museumsarbeiter unter der Bombardierung und Beschießung vom Feind in das Hinterland einen erheblichen Teil der Sammlungen der Museen von Smolensk (nach Nowosibirsk), von Nowgorod und Pskow (nach Kirow), von Woronesch (nach Ferghana), von Kursk (nach Saratow), von Orjol (nach Pensa) und in mehrere andere russische Städte verlagern.

Rechtzeitig bereiteten die Mitarbeiter des Stalingrad Oblastheimatkundemuseums ihre Mittel für den Abtransport nicht vor. Man hatte den Abtransport während der Bombardierung im Juli 1942 durchzuführen. Man konnte einen Teil der Sammlung von Literatur des XIX. Jahrhunderts, gelegentliche archäologische Gegenstände, numismatische Sammlung, die Schirmmütze und den Spazierstock Peters I. verlagern, die der Kaiser den Bewohnern Zarizyno im Jahre 1722 geschenkte. Ethnographische Sammlung und Hausrat waren verloren.

Fast vollständig vernichtet wurden die Bestände des Kalmykien Republikheimatkundemuseums, die man mit dem Lastfuhrwesen hinauszuführen versuchte. Einige der Dinge des Museums wurden nach dem Krieg in Deutschland gefunden.

"Das militärische Schicksal" der Kunstmuseen, die dem System des Komitees für die Künste der UdSSR und der RSFSR untergeordnet waren, ging anders. Das 1936 gegründete Unionskomitee für die Künste erhielt zu seiner Verfügung aus dem Volkskommissariat für Bildung 56 Kunstmuseen, die bereit waren, in Kriegszeiten zu fungieren. Die Listen der verlagerten Werte wurden im Voraus erstellt. Während der Evakuierung bekamen die Museen des Komitees eine militärische Eskorte.

Zum Jahr 1941 waren auf russischem Territorium 439 Museen dem Volkskommissariat für Bildung untergeordnet, 56 Museen –dem Komitee für Künste, 18 andere – der Akademie der Wissenschaften, 123 – anderen Behörden. Es gab keine Koordination auf die Evakuierung zwischen ihnen. Das Volkskommissariat für Bildung der RSFSR in der frühen Phase des Krieges sammelte nicht sofort die Information über die Situation mit den Museen.

Während der Kriegsjahre für die Museen Russlands wurden neun große spezialisierte Bestandlager im Hinterland gegründet, in die die Exponate der 66 Museen aus 15 Oblasten, 2 Regionen und 2 autonomen Republiken geliefert wurden.

Der Krieg verschlechterte plötzlich die Lagerungsbedingungen von fast allen Museen des Landes. Vom Juni 1941 bis zum Januar 1943 verminderte sich die Zahl der Museen in Russland von 592 bis 390. Es wurde 29 große regionale Museen geschlossen, viele Rayonmuseen hörten auf zu fungieren. Etwa 200 Museen befanden sich auf dem Territorium, vom Feind besetzt.

In hinteren Bereichen, wo die Museumsräumlichkeiten in Eile für andere zivile und militärische Institutionen freigegeben wurden, hatten Sammlungsbestände oft ohne Verpackung, hastig in zufällige Räume zu verlagern, die oft unlagerfähig für irgendwelche Schätze waren. Zum Beispiel in Tjumen wurden die Gegenstände des Lokalmuseums in Lagerräumen aufgetürmt, wo ein Großteil der Exponate "verloren und verdorben" war.

Das Volkskommissariat für Bildung versuchte die Ordnung schaffen, es schlug den nachgeordneten Behörden vor, "sofort die Überprüfung des Zustandes der Registrierung und der Lagerung der Sammlungen des Museums zu beginnen". Zum 1. April 1943 plante man eine wissenschaftliche Kartei der Museumssammlungen auf der Grundlage der geschickten aus den Orten Listen zu machen. Gegründet wurde eine Expertenkommission für die Feststellung der wertvollsten Museumsstücke und Sammlungen, um ein Bestandbuch der Museumssammlungen der RSFSR zu schaffen und Materialien auf das Aufsetzen des zusammengesetzten Katalogs vorzubereiten. Aber die eingehenden Listen der Museumsstücke und Sammlungen konnten kein authentisches Material für das Staatsinventar und die Vorbereitung der zusammengesetzten Kataloge sein.

Die Frage über die Berechnung der bestimmten Verluste des Museums stand auch nach dem Krieg nicht. In den 60er Jahren in der Wissenschaftsammlung des Instituts für Museumsforschung wurde ein Artikel von M.P. Simkin "Sowjetische Museen während des Großen Vaterländischen Krieges" veröffentlicht. Dieser Artikel hatte sehr spärliche Information über die kulturellen Verluste.

In den offiziellen sowjetischen Dokumenten wurde auf jede Weise den Erfolg des am Anfang Kriegs durchgeführten Abtransportes aus den Museen unterstrichen. Es war kompliziert, eine objektive Analyse der Evakuierungsmaßnahmen von kulturellen Werten auf der Grundlage der offiziellen Angaben zu machen.

Das veröffentlichte 1977 Buch Maxakowa „Kultur der Sowjetunion während des Großen Vaterländischen Krieges", die auf der Grundlage der zugänglichen für jene Zeit Archivalien und literarischen Quellen geschrieben wurde, weitet den Forschungsumfang das "Militärschicksal“ des kulturellen Erbes von Russland. Mehr ausführlich wird das Bild der Evakuierung der russischen Museumsbestände in einem anderen Buch von L.W. Maxakowa "die Rettung von Kulturgut im Großen Vaterländischen Krieg", M, 1990 dargestellt. Der Autor versuchte, die Aufmerksamkeit dem Schaden zu schenken, den das kulturelle Erbe der Sowjetunion zugefügt wurde. Doch ist es nicht gelungen, die Anzahl der verlorenen Werte und ihre kulturelle Bedeutung wegen des begrenzten Zugangs zu Urquellen.

In den 1980er Jahren erschien die Veröffentlichungen der prominenten Journalisten E.W. Kontschin und S.N. Razgonow. Aber die Autoren, die Rettung der Museumsschätze, ihre Aufbewahrung in extremen Abtransportbedingungen beschreibend, verschwiegen das Problem der Verluste. Doch war gültig „ein ideologisches Tabus“. Veränderungen der 1990er Jahre gaben die Möglichkeit, in den historischen Forschungen früher geschlossene Archivalien zu benutzen.


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